Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
11.03.2015 Von: Rebecca Wyss

Züriberg

Ein englischer Garten mitten in Zürich


Der Pflanzenkenner H. Frei. Foto: rwy

Herbert Frei und Silvia Schindler haben sich in Hirslanden in den vergangenen 20 Jahren ein Gartenparadies geschaffen. In einem Buch führt Frei die Leserschaft in seine Gartenwelt ein.

Die warmen Sonnenstrahlen küssen den kalten Boden, blauviolette Iris recken hie und da ihre Blüten in die Höhe, Lenzrosen schmücken mit ihren prächtigen kalten Winterfarben den kargen braunbeigen Grund und Schneeglöckchen läuten zum Frühlingsauftakt – der Garten des Ehepaars Frei-Schindler ist derzeit alles andere als karg und eintönig. Wer genau hinsieht, entdeckt wahre Perlen aus der Pflanzenwelt. Andere als im Sommer freilich oder im Frühling und Herbst. Jede Jahreszeit verleiht dem terrassierten Stadtgarten ein neues Gesicht. Zufällig ist das nicht, wie Herbert Frei betont: «Der Traum jedes Gärtners ist es, dass der Garten das ganze Jahr über interessant ist.»
Bis zum heutigen Gartenparadies, das sich um das Haus des Paares schlingt, war es ein langer Weg. Der Start war harzig, wie sich Frei erinnert. Begonnen hat alles mit dem Einzug 1996 in das grosse Haus. Der Garten war in einem schlechten Zustand. Die Rosen wirkten laut Frei weniger als Zierde des Gartens denn als Opfer aller Pflanzenkrankheiten dieser Welt.

Learning by doing
Noch unerfahren kaufte das Ehepaar neue Gewächse und stellte rasch fest: Nicht jede Pflanze fühlt sich in der Umgebung an der Sempacherstrasse wohl. Die Hanglage, der Schatten oder die Erde rund ums Haus waren für einige Stauden oder Blumen keine Lebensgrundlage. Sie starben. Damit wollten sich die beiden nicht zufriedengeben. Sie vertieften sich immer mehr in das Thema Garten. «Wir lernten viel, indem wir ausprobierten, aber auch durch die Lektüre von Gartenliteratur », sagt der Quartiervereinspräsident von Hirslanden. Das Ehepaar wurde erfahrener, probierte mehr aus. Heute finden sich unter den heimischen Gewächsen auch Stauden und Bäume aus Südafrika, Tasmanien, Chile und dem Mittelmeerraum. Der Klimawandel mit den milden Wintern macht’s möglich. Ein Risiko besteht dennoch, wie Frei erklärt. «Wie winterhart die ausländischen Pflanzen tatsächlich sind, weiss ich nie im Voraus. Es ist immer ein Wagnis.»
Die zahlreichen Reisen des Ehepaars zu den üppigen Gärten Englands haben in Hirslanden ihre Spuren hinterlassen. Heute blühen rund 50 Arten und Sorten historischer und moderner Rosen neben silberfarbenen Santolina und Lavendel – kalte Farben sind ein Markenzeichen ihres Gartens. In Rabatten, die von Grünflächen umschlossen werden, drängen sich zudem Stauden, Sträucher und Bäume zusammen. Dies entsprechend dem englischen Gartenkonzept der «mixed border», wie man im kürzlich erschienen Buch «Der Hanggarten eines passionierten Pflanzensammlers» erfährt. Auf rund hundert reich bebilderten Seiten führt Herbert Frei die Leserschaft in die Welt seiner Pflanzen ein. Neben sachkundigen Erläuterungen zu Pflege und Herkunft der Gewächse, finden sich spannende Erzählungen und Anekdoten aus dem Erfahrungsschatz Freis. Eine Kostprobe gibt dieser am Donnerstag, 19. März, um 19 Uhr im Quartiertreff Zürich-Hirslanden.

Buch: Der Hanggarten eines passionierten Pflanzensammlers. Herbert Frei-Schindler. Verlag DVA. ISBN 3-421-03957-7. 29.90 Franken (je nach Anbieter). Buchvernissage: Donnerstag, 19. März, um 19 Uhr. Quartiertreff Zürich-Hirslanden, Forchstrasse 248.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 27. April 2017
Zürich 2 vom 27. April 2017
Zürich Nord vom 27. April 2017
Zürich West vom 27. April 2017
Küsnachter vom 27. April 2017
Küsnachter Amtlich vom 27. April 2017

Sonderzeitungen

Lernfestival'16
ZSC
Abenteuer StadtNatur
Chreis9Fäscht - Festzeitung
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger